Kurzgeschichte
Die Kurzgeschichte kann auf eine lange Begriffs-, Verfahrens- und Deutungsgeschichte zurückblicken. Wenn auch Kürze ihr wichtigstes Definitionskriterium ist, so bleibt ihre tatsächliche Länge eine strittige Frage. Von oftmals komplexerem Gehalt als die Erzählung, sind insbesondere die Motivik, die Handlungs- und Zeitstruktur, das geschlossene oder offene Ende und nicht zuletzt die Relation zwischen Titel und Text der Kurzgeschichte von poetologischem Interesse. Zu beobachten ist eine zunehmende formale Vielfalt bis hin zu experimentellen Verfahren medialer Entgrenzung. Im Zentrum des Seminars stehen die Entwürfe, im Entstehen begriffenen und bereits
fertiggestellten Kurzgeschichten der TeilnehmerInnen unter besonderer Berücksichtigung ihrer sprachlichen Gestaltung und motivischen Durchführung. Welche Wirkungen haben ihre reduktiven und aussparenden Verfahrensweisen auf die Konstellationen von Erzählraum, Figuren und Zeit? Sind der erste und der letzte Satz von besonderer Bedeutung? Was heißt vor dem Hintergrund dieser Fragen experimentieren?